Haltung

Haltung :

Über die Haltung des Feuersalamanders gibt es bestimmt verschiedene Ansichten / Meinungen / Möglichkeiten und ich kann auch hier wieder nur auffordern, mir Berichte oder Zuchterfolge usw. zu schicken. Über die Terrarien habe ich in der Navigation extra einen Link gelegt, da ich da etwas genauer auf die Bauarten und die Grundeinrichtungen ( Größe usw. ) eingehen möchte. Natürlich möchte ich auch hier auf dieser Seite ( so wie auch auf allen anderen ! ) dem ” Neuling ” ein verständliches Bild über alle Themen geben. Fangen wir mal bei den Temperaturen an.

Temperaturen :

Die Temperaturen sollten die Grenze von 20 Grad möglichst nicht übersteigen. In kühlen Kellerräumen werden diese Temperaturen so gut wie nie überschritten, deshalb ist diese Haltung zu bevorzugen. Sollten trotzdem Plätze in der Wohnung gewählt werden ( Terrarien ), so sollten diese im Schatten sein und keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein, da die Temperaturen in so einer Situation sich schnell ” stauen ” können und so das ganze Terrarium erhitzen würden. Da unser einheimischer Feuersalamander ja die Temperaturen unserer Breitengraden gewohnt ist, müssen wir so, auch die Temperaturen der einzelnen Jahreszeiten beachten, wenn wir eine Nachzucht erreichen wollen. Dabei muß man aber immer als Basis die Temperaturen nehmen, die gerade in dieser Jahreszeit im Wald und dort auch im Schatten herrschen. Abschließend würde ich sagen, daß eine Haltung zwischen Frühjahr – Herbst in etwa zwischen 10 – 19 Grad liegen sollte, was die einzelnen Monate ja mit sich bringen.

Feuchtigkeit :

Um es gleich am Anfang zu erklären, die Betonung sollte auf ” Feuchtigkeit ” liegen, nicht auf NÄSSE ! Stauende Nässe ist absolut ungeeignet und bringt auf längere Dauer Krankheiten und Verluste mit sich. Schauen wir uns doch einmal die Herkunft unserer Salamander an, nämlich den Wald. Wie ist dieser beschaffen ??? Natürlich gibt es auch dort stauende Nässe, jedoch würde sich kein Salamander dort über längere Zeit freiwillig aufhalten. Eine normale Feuchtigkeit jedoch, ist für diese Tiere lebenswichtig, damit sie nicht austrocknen. Man kann diese erreichen, indem man das Terrarium in den Sommermonaten abendlich besprüht und auch dann beobachten kann, wie die Tiere aktiv werden und oft Ihre Verstecke verlassen um auf Futtersuche zu gehen. Oft besprühe ich auch meine Terrarien bei drückendem Wetter oder Gewitterstimmung zusätzlich und imitiere so die tatsächlichen Wetterverhältnisse nach. Es ist sehr sinnvoll, verschiedene Ecken im Terrarium verschieden feucht zuhalten ( fast trocken – feucht – sehr feucht ), damit sich die Tiere selbst aussuchen können, wo sie gerade sein möchten. Dieses kann man durch intensives bis kein Einsprühen der Stellen erreichen. Um ein Gefühl für die Feuchtigkeit zu bekommen ( Anfänger ) kann man ruhig einmal den Waldboden anfassen und die Finger etwas in den Boden stecken, um so ein Gefühl für die Feuchtigkeit zu bekommen. Ich bevorzuge in meinen ganzen Terrarien eine Uferregion mit Wasserteil, daß einem Waldbächlein ähnlich sein soll und auch für die Optik sehr schön ist. Hier ist jedoch sehr wichtig, keine STAUNÄSSE entstehen zu lassen. Natürlich sei auch erwähnt, daß die Luft in diesen Terrarien zirkulieren muß, da sonst eine zu hohe Luftfeuchtigkeit entstehen kann. Wie man das vermeiden kann, erkläre ich unter dem Link Terrarien.

Einrichtung :

Fangen wir mit dem Bodensubstrat an, wo es schon viele Meinungen gibt. Ich wäre auch hier dankbar, wenn ich viele Meinungen zu diesem Thema bekommen würde. Es eignet sich hier Blähton, Walderde, Lehm,Schaumstoff, Seramis, grober Kies, Torfplatten, wobei man immer eines beachten sollte. Als erstes müssen wir eine Basis / Drainage erstellen von etwa 4 cm, die wir mit grobem Kies, Blähton, Seramis oder Schaumstoff ( bitte eigene Auswahl treffen, jedoch Tongranulate gut auswaschen vorher! ) anlegen. Ab diesem Moment haben wir eine Basis / Drainage, die ( fast ) nicht faulen kann und das Wasser speichern kann ( außer Kies, dient nur als Fundament ). Auf diese Basis / Drainage können wir dann Walderde und Moosballen ( oder ähnliches siehe oben ) in Kombination legen und erreichen so einen richtigen Waldboden ( bitte auf den Kies unbedingt Walderde und dann event. Moospolster ). Diese Waldbodenschicht sollte in etwa 7 cm betragen, damit die Tiere auch graben können, was manche sehr gerne tun. Natürlich muß ALLES immer in regelmäßigen Abständen ( je nach Kot / Fäulnis / Verschmutzung ) ausgewechselt und erneuert werden. Viele Terrarien von mir habe ich mit einem Schaumstofffundament eingerichtet, d.h. ich habe mir Schaumstoff von ca. 7 cm Dicke besorgt und auf die passende Größe zuschneiden lassen. Auf diesen Schaumstoff lege ich dann Walderde, oder Moospolster ( es gibt versch. Arten ! ) und halte den Schaumstoff immer zu 2/3 naß.

Bei dem Moos bitte beachten, daß sich rote Waldameisen sehr gerne in diesem aufhalten können und zur echten Plage im Terrarium für die Tiere ( sie können ja im Terrarium nicht vor den Ameisen fliehen! ), aber auch für die Halter werden können ( entweichen in die Wohnung / Keller ) ! Die Oberfläche des Schaumstoffes hat dann eine ideale Feuchtigkeit und kann diese an den Waldboden, oder die Moospolster weitergeben. Man sollte darauf achten, den Schaumstoff in einer dunklen Farbe zu bekommen ( braun / schwarz ), damit es einigermaßen natürlich aussieht ( siehe Terrarien ). Der Vorteil ist der, daß man sehr schnell sein Terrarium komplett gesäubert hat und den Schaumstoff sehr schnell ausgewaschen hat und ihn wieder verwenden kann. Als Bepflanzung ( wenn erwünscht ) kann man verschieden Farne, oder Waldpflanzen verwenden, wobei der Naturschutz nicht außer Acht gelassen werden sollte ( seltene Pflanzen & auch Moos ). Für Versteckmöglichkeiten sollte man auf jeden Fall sorgen , denn der Feuersalamander ist ein Tier, das sich am Tage meistens versteckt. Hierzu nimmt man alte Wurzeln, Rindenstücke ( event. mit Moos bewachsen, sieht sehr gut aus ! ), oder flache Steine, die man sicher ! übereinander legt und das Versteck nur so hoch hält, daß der Salamander gerade noch so darunter kriechen kann. Verstecke die höher sind, werden in der Regel nicht gerne angenommen. Fehlen dem Salamander Versteckmöglichkeiten, dann fühlt er sich zu beobachtet und kann keine natürliche Lebensweise entwickeln. Die Tiere verweigern dann oft das Futter und magern stark ab. Natürlich ist in so einem Fall auch abzuklären, ob es nicht um eine Krankheit handeln kann.

Futter :

der Feuersalamander ist ein Räuber und frißt eigentlich alles, was er überwältigen kann. Was finden wir alles im Wald an Futter ? Von Spinnen angefangen bis Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln, Heimchen, Grillen, versch. Insekten usw. Gelegentlich können auch Rindfleischstreifen von der Pinzette verfüttert werden, wenn die Tiere zahm sind und schon beim klappern der Pinzette ihre Verstecke verlassen. Natürlich sollte man immer darauf achten, daß unsere Tiere immer abwechslungsreich gefüttert werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen kann. Deshalb sollte man auch in regelmäßigen Abständen ein Vitamin- Aufbaupräparat verwenden und die Futtertiere damit einstäuben und anschl. verfüttern. Adulte Tiere sollten in etwa 3x die Woche gefüttert werden, hingegen Jungtiere schon etwas öfter und je nach Hunger. Hat man keine Zeit, daß Futter selbst zu fangen, so hat man als Alternative die Möglichkeit eine Auswahl an Futtertiere in Reptilien / Zoogeschäften, Baumärkte ( Dehner, Hornbach usw. ) zu bekommen. In solchen Fällen, sollte man das oben erwähnte einstäuben mit Aufbaupräparaten wesentlich öfter praktizieren, jedoch nicht übertreiben.

Licht :

Auf eine künstliche Beleuchtung in Form von Strahlern ( warmes Licht ) muß komplett verzichtet werden, da der Wärmestau punktuell und überhaupt unweigerlich zum Tode führen würde ( Hitzestauung im Terrarium ). Sind normale schattige Plätze in der Wohnung / Keller ausgewählt, so ist diese Licht normal völlig ausreichend. Möchte man dennoch nicht auf eine Beleuchtung verzichten, so sind Neonröhren in geeignetem Abstand anzubringen die aber keinesfalls den ganzen Tag brennen sollten ( in etwa 2 – 4 Stunden ). Man beachte bitte, daß Feuersalamander Dämmerung / nachtaktiv sind und das Licht eigentlich scheuen, jedoch einen Tag / Nachtrhythmus haben sollten.

Paarung :

haben wir das Glück, und unsere Tiere haben sich nach einer Geschlechtsreife von etwa 4 Jahren ( in Gefangenschaft meistens früher ) in der Zeit von Frühjahr bis Herbst gepaart, so ging das so vor sich : Das Männchen verfolgt sehr erregt und aufmerksam das Weibchen und versucht dann, mit seinem Kopf, unter den Körper des Weibchen zu gelangen. Schnell schiebt sich das Männchen dann selbst vor bis zum Kopf des Weibchens ( Männchen unten liegend ), so das die Oberseite des Kopfes des Männchens, nun an der Unterseite des Kopfes ( Kehle ) des Weibchen reibt. Nun klammert das Männchen mit seinen Vorderbeinen sich fest an die des Weibchens und trägt dieses eine ganze Zeit ” huckepack” mit sich herum. In dieser Zeit ist immer wieder das Reiben der Schnauze des Männchens an der Kehle des Weibchens zu beobachten. Nun wird auch unter seitlichen Bewegungen die Kloake des Weibchens mit der Schwanzwurzel des Männchens stark und heftig gerieben. Es folgt ein absetzen eines Gallertkegels von etwa 5 mm Höhe, an dessen Spitze sich das Sperma befindet. Das Männchen wendet sich nun seitwärts ab und das Weibchen kann nun diesen Gallertkegel langsam durch Absenken mit seiner Kloake aufnehmen. Im darauf folgenden Frühjahr, werden dann etwa 40 bis 70 Larven ( je 2 -3 cm lang ) in langsam fließenden Waldbächen abgesetzt ( siehe auch Larven ).

Überwinterung :

Die Grundvoraussetzung für die Zucht, ist eine artgerechte Überwinterung und diese sollte bei Temperaturen von 0 Grad bis+ 5 Grad stattfinden. Da bei mir die Terrarien in den Kellerräumen stehen und dort die Temperaturen bis maximal + 2 Grad fallen, können die Tiere in ihren gewohnten Behältern / Terrarien überwintern.

Zum Abschluß :

sei noch gesagt, daß natürlich alle Terrarien ob neu gekauft, oder selbst gebaut, immer optimal durchlüftet sein müssen. Stehende Luft sollte auf keinen Fall entstehen, da sonst eine zu hohe Luftfeuchtigkeit entstehen würde und diese Schimmel und Fäulnis verursachen würde. Das Feuersalamander eine sehr empfindliche Haut haben, könnte das zu ernsten Problemen auf längere Sicht führen. Ferner sollte das Terrarium absolut ausbruchsicher sein, da Feuersalamander gerne an den glatten Scheiben emporklettern, wenn sie in einer neuen Umgebung sind, oder einfach nur so. Es sollte somit bei einem Aquarium ( als Terrarium eingerichtet ) auf einen absolut dicht schließenden Deckelrahmen ( Innenteil mit Gazegitter ) zu achten sein, an dem die Tiere auch nicht seitlich entweichen können. Für Verbesserungen / Tips / eigene Erfahrungen, oder einfach nur ein Lob :-), wäre ich sehr dankbar !

Zusammenfassung:

Salamandra salamandra Feuersalamander
Schutzstatus/Herkunft: WF,NZ Feuersalamander unterliegen der BArtSchV
Vorkommen: Balkanhalbinsel, Karpaten und Zentraleuropa
Habitat: Feuchte Laubmischwälder in Höhen von 200 – 450 m
Größe/Lebenserwartung: Bis zu 25 cm und mehr / 50 Jahre sind verbürgt
Geschlechtsunterschiede: Männchen sind in der Regel kleiner bzw. etwas zierlicher gebaut als die Weibchen. Während der Paarungszeit haben die Männchen eine stark angeschwollene Kloake
Besonderheiten: Dankbarer Pflegling und auch für den Anfänger geeignet, wenn u.a. die Kriterien Sauberkeit, Feuchtigkeit und keine zu hohen Temperaturen beachtet werden. Vorsicht, die Tiere können an glatten Scheiben empor klettern !
Haltung: Im Sommer sollten möglichst 20 °C nicht überschritten werden. Eine Winterruhe um die 5 °C sollte eingehalten werden
Terrarienart: Terrarium mit ausreichend großen Lüftungsgittern, da Stauluft und Staunässe absolut schädlich für die Tiere sind
Beleuchtung: Tiere sind dämmerungs-/nachtaktiv, deshalb kann auf eine Beleuchtung verzichtet werden
Bodengrund: Drainage von etwa 5 cm Höhe aus Seramis, Kies, Steinen oder geeignetem Schaumstoff. Darüber Walderde und eine dicke Moosschicht
Trink-/Badegefäß: Ein kleiner, leicht zu säubernder Wasserbehälter, oder Wasserteil sollte immer vorhanden sein, da die Tiere Wasser nicht nur während der Larvenablage aufsuchen ( Weibchen). Oft begeben sich die Tiere dorthin, um sich einfach nur zu entleeren.
Klettermöglichkeiten: Eine Aufschichtung verschiedener Mooshügel / Wurzeln /flacher Steine (2.Etage) kommt dem natürlichen Lebensraum sehr nahe
Höhle/ Versteck: Durch die Moosaufschichtung und das geschickte plazieren von Wurzeln, kann man sehr gut natürliche Verstecke erstellen. Die Verstecke / Spalten sollten jedoch so flach wie möglich in der Höhe gehalten werden, da sie sonst nicht angenommen werden
Ernährung: Der Feuersalamander ist ein Räuber und frißt eigentlich alles, was er überwältigen kann. Von Spinnen angefangen über Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln, Heimchen, Grillen, bis hin zu versch. Insekten usw. Feuersalamander sollten generell sehr abwechslungsreich ernährt werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden
Fortpflanzung/Aufzucht: In Mitteleuropa setzen Feuersalamander vorwiegend in der Zeit von März bis Juni vollentwickelte Larven mit Kiemenbüscheln in klare, langsam fließende Waldbäche oder kühle Tümpel ab, die dann nach einigen Monaten metamorphosieren und dann erst zum eigentlichen ” Landsalamander ” werden. Die Geschlechtsreife erfolgt mit 3 – 4 Jahren.

Literatur :

*Sebastian Steinfartz, Michael Veith, Diethard Tautz
Mitochondrial sequence analysis of Salamandra taxa suggest old splits of major lineages and postglacial recolonizations of Central Europe from distinct source populations of Salamandra salamandra
Sebastian Steinfartz,
Benedikt R Schmidt, Michael Schaub,Apparent survival of the salamander Salamandra salamandra is low because of high migratory activity
SEBASTIAN STEINFARTZ, MARKUS WEITERE* and DIETHARD TAUTZ†
Tracing the first step to speciation: ecological and genetic differentiation of a salamander population in a small forest
Burkhard Thiesmeier : Ökologie des Feuersalamanders ( Bild ” Verbreitung und Lebensraum ” )
Burkhard Thiesmeier & Hartmut Greven: Biology of Salamandra and Mertensiella
B.Thiesmeier & K. Grossenbacher: Handbuch der Reptilien u. Amphibien Europas – Schwanzlurche I
B.Thiesmeier & K. Grossenbacher: Handbuch der Reptilien u. Amphibien Europas – Schwanzlurche II
Burkkhard Thiesmeier: Der Feuersalamander
Günther E. Freytag : Feuersalamander und Alpensalamander
Reiner Kleven : Die Landsalamander Europas, Teil 1

4 Kommentare zu Haltung

  1. Reinhild Ahlbach sagt:

    Habe seit Jahren 1-2 Feuersalamander frei lebend, im Winter durch einen Ablauf im Fels irgendwo dahinter.
    Zuletzt hatte ich ein Pärchen und nun habe ich seit einigen Wochen 5 Junge in einem grossen ovalen Malereimer.
    Ich weiß aber nicht was ich füttern soll.
    Noch sind sie munter.
    Hilfe.
    Und danke im voraus.

  2. Jürgen Mahle sagt:

    Hallo
    Kurze Frage: Ich habe in meiner Werkstatt einen kleinen
    Feuersalamander gefunden. ca 8 cm. lang mit Schwanz.
    Ich würde ihn gerne behalten und nach den oben beschriebenen
    Empfehlungen aufziehen.
    Die Frage ist ,was ich dem Kleinen jetzt füttern soll.
    Kannich dem auch klein geschnittene Regenwürmer füttern
    oder etwas ähnliches.
    Wenn ich ihn jetzt laufen lasse hatt ihn bestimmt der nächst
    Vogel im Schnabel.
    Für einen Tipp wäre ich sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüssen

    Jürgen Mahle

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